Offenbuger Tageblatt , den 14. Mai 1899
,, Ritter- Pauli“ starb in Lawrenceton
Vor 54 Jahren wanderte der Bohlsbacher in die USA aus
Er starb in der Wohnung seines Schwiegersohnes F.D. Loida zu Lawrenceton, am Sonntag, 30. April, viertel nach neun Uhr abends. Paul Ritter, 80 Jahre und zwei Monate alt. Er wurde Dienstag von Hochwürden Pfarrer Minges in Lawrenceton nach einem Totenamt beerdigt.
Paul Ritter war am 1. März 1819 in Bohlsbach geboren worden. Am 9. Dezember 1845 verließ er sein Geburtsland, da die Lebensbedingungen im heimischen Bohlsbach sehr schlecht waren. Verkehrs- und Absatzverhältnisse lagen im argen, infolgedessen mussten Erzeugnisse billig abgegeben werden. Die Besitzungen einzelner waren zu klein, andere dagegen zu groß und zwar dermaßen, dass viele Felder brach lagen. Nebenverdienste waren gering. Daher kam es, dass eine starke Auswanderungswelle einsetzte.
Paul Ritter kam am 2. April 1846 in Ste.Genevieve an. Am 20. April desselben Jahres heiratete er Katharina Metz, die mit ihm über die See gekommen war. Die Ehe war mit acht Kindern gesegnet, von denen fünf noch am Leben sind: Frau Peter Basler, Frau Wm. Ehe, Frau Daniel Loida und Nikolaus und Georg Ritter.
Paul Ritter war einer der ersten Pioniere dieses Counties. Er eröffnete der Kultur die Wege und bewohnte 52 Jahre lang das Landgut, auf dem jetzt sein Sohn Nikolaus wohnt. Das letzte Jahr seines Lebens verbrachte Ritter in Lawrenceton. Er war ein arbeitssamer und ehrlicher Mann mit einem unerschöpflichen Vorrat des köstlichen Humors, der ihn selbst in der argen Bedrängnis nicht verließ, als er vor Jahren vom Schage getroffen wurde. Paul Ritter war nicht nur ein guterChrist, ein treuer Gatte und Vater, ein aufrichtiger Bürger und gefälliger Nachbar. Er war ein guter Mann und alle hatten den ,, Ritter- Pauli gern.